© Anna Luther (2018)

 

 "eduScrum" ist eine auf Bildungsszenarien abgewandelte Form von Scrum. Scrum ist ein Rahmenwerk aus dem Projektmanagement. 

Willy Wijnands ist Initiator und Gründer von eduScrum und Mitbegründer der weltweiten Initiative "Agile in Education".

An der HS Mannheim wurde die Methode im Rahmen einer Mathematikvorlesung für Studierende der Fakultät Maschinenbau eingesetzt (Mathematik1-3). Dabei mussten die Rahmenbedingungen auf die Unterrichtsform an einer Hochschule adaptiert werden.

Nachfolgend werden die einzelnen Phasen eines Sprints (Kick Off/Planning, Doing, Review und Retro) kurz erläutert. 

  1. Im Kick Off stellt der Dozierende neben dem neuen mathematischen Thema ebenfalls den Zeitplan und Ablauf des Sprints kurz vor.  Außerdem erhalten die Lernenden während des Kick Offs das Lernmaterial für den Sprint, das auch Booklet genannt wird. Direkt im Anschluss an das Kick Off beginnt für die Teams und jeden Einzelnen das Planning. Mit Hilfe eines vorbereiteten Flips wird transparent gemacht, welche mathematischen Themen zu bearbeiten sind und wie viel Zeit zur Bearbeitung veranschlagt wird (Hinweis für diejenigen, die Scrum kennen: Das Flip kann auch von den Teams selbst erstellt werden, hat sich im universitären Kontext aber nicht bewiesen.)  
  2. Das Doing beschreibt die Arbeitsphase, die die Lernenden in Teams nutzen, um das Booklet, samt Inhalten, Backlog-Items und Aufgaben zu bearbeiten. Der Dozierende ist während des Doings immer anwesend und steht für Fragen bereit. Die Teams müssen selbst entscheiden, welche Materialien sie zum Erarbeiten der mathematischen Inhalte benutzen. Die Lernenden erhalten am Anfang Empfehlungen für weiterführende Materialien. Letztendlich sind sie aber selbst dafür verantwortlich. 
  3. Am Ende eines jeden Sprints findet ein sogenanntes Review statt. Dies kann mit einer Darlegung Ihrer Lernergebnisse bzw. einer abschließenden Reflexion über die Lerninhalte gleichgesetzt werden. Das Review zeigt den Lernenden ihren aktuellen Lernstand. Außerdem werden sie durch regelmäßige Reviews dazu angehalten kontinuierlich ihr Wissen aufzubauen und nicht kurz vor der Klausur. 
  4. Nach einem Review hat das Team die Gelegenheit, sich selbst zu überprüfen und den Team-Prozess zu optimieren. Der Dozierende gibt dazu Reflexionsanlässe in das Team hinein. Ziel ist es die Zusammenarbeit im Team stetig zu verbessern.